Local SEO für KMU: Mehr Kunden über die lokale Suche

Viele unserer Kunden stellen uns immer wieder die Frage: „Habe ich als KMU überhaupt eine Chance im Onlinemarketing? Kann ich z.B. in Suchmaschinen gegen größere Mitbewerber bestehen?“

Diese Frage können wir nur mit einem klaren Ja beantworten! Denn gerade durch die immer stärkere Ausrichtung von Google auf personalisierte Suchergebnisse mit lokalem Bezug können KMU hier punkten.

Denn: Je besser sich eine Firma in der lokalen Suche präsentiert, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Suchende auf ihrer Website landet – und schlussendlich das Angebot in Anspruch nimmt.

Lokale Suchmaschinenoptimierung: wie KMU davon profitieren

Laut einer Studie von Hubspot stoßen 97 % aller Suchenden auf ein lokales Unternehmen. 30 % aller Suchanfragen über ein mobile device haben einen lokalen Bezug. Und nur am Rande, um das enorme Potenzial zu verdeutlichen, das hinter diesen Zahlen steckt: Es gibt heute schätzungsweise weltweit mehr mobile Endgeräte als Zahnbürsten.

Die lokale Suche ist dabei gleichermaßen interessant für B2C- und für B2B-Unternehmen, die lokal agieren: Erstere können neue Kunden in ihrer Umgebung auf sich aufmerksam machen. Letztere können neue regionale Geschäftskontakte knüpfen.

Ein lokaler Bezug bei der Suche kann dabei aus der Suchanfrage hervorgehen, zum Beispiel „Friseur Köln“. Der lokale Kontext kann aber auch durch den Gerätestandort des Suchenden erfolgen.

Denken Sie einmal an Ihr eigenes Suchverhalten. Ob Sie nun nach einem Pizzalieferdienst, einem Friseur, einem Arzt oder einem anderen Unternehmen in Ihrer Umgebung suchen: Sie suchen immer mit einer klaren Kaufabsicht. Und das gilt auch für alle anderen Nutzer, die lokal suchen. Sie suchen mit der Intention, die gesuchte Leistung auch in Anspruch nehmen.

Local SEO – Was ist das eigentlich?

Bei Local SEO geht es einfach gesagt darum, bei einem lokalen Suchbegriff möglichst weit oben in Google zu erscheinen. Idealerweise wird Ihr Treffer im sogenannten Local Snack Pack ausgespielt.

Beim Local Snack Pack handelt es sich um die drei Top-Ergebnisse zu lokalen Suchebgriffen, die direkt unterhalb der Google-Maps-Ansicht anzeigt. Diese befinden sich noch vor den normalen organischen Treffern.

Hier ein Beispiel zur Suchanfrage „Schneiderei Köln“:

Local SEO at its best: Im Local Snack Pack präsentieren Sie sich prominent in den lokalen Suchergebnissen.

Durch diese prominente Position erhalten Treffer im Local Snack Pack eine deutlich höhere Aufmerksamkeit als alle anderen Treffer.

Das Ziel jeder lokalen Optimierung sollte es also sein, mit der eigenen Website im Local Snack Pack aufzutauchen.

Local SEO für KMU – Das Wichtigste auf den Punkt

  • OnPage- und OffPage-Optimierung

    Lokale Suchmaschinenoptimierung besteht – wie „normale“ SEO – aus OnPage- und OffPageOptimierung. Das bedeutet, dass sowohl eine Optimierung auf der Website-Ebene (OnPage) stattfinden muss, als auch Citations und Backlinks im WWW (OffPage) aufgebaut werden müssen.

  • Google My Business

    Ein entscheidnder Faktor für Local SEO ist Ihr Google My Business-Profil. Dieses sollten Sie unbedingt optimieren und aktuell halten. Weiter unten dazu mehr.

  • Lokale Keywords

    Bei Local SEO geht es vor allem darum, für relevante lokale Suchanfrage positioniert zu werden und nicht einfach nur deswegen, weil man die nächstgelegene Firma ist.

  • Das Ziel im Auge behalten

    Ähnlich wie bei der „normalen“ SEO ist auch bei der lokalen Ausrichtung vor allem eines gefragt: Am Ball bleiben. Gute lokale Suchpositionen ergeben sich nicht über Nacht, sondern müssen aufgebaut und verteidigt werden. Die Konkurrenz schläft leider nicht.

Google My Business: Zugpferd für die lokale Suchmaschinenoptimierung

Die Firmendaten

Achten Sie darauf, Ihre Firmendaten vollständig und korrekt anzugeben. Dazu gehört auch die Gesellschaftsform Ihrer Firma. Überprüfen Sie außerdem, ob Ihre Firmendaten auf Ihrer Website, in Branchenverzeichnissen und anderen Materialien aktuell sind.

Klingt erst einmal banal, hat aber einen wichtigen Hintergrund: Google kennt ihre Firma nicht. Je öfter Ihre Firmendaten aber im Internet in identischer Weise auftauchen, desto höher ist das Vertrauen von Google darin, dass es Ihre Firma auch tatsächlich gibt und sie sich an der von Ihnen angegebenen Adresse befindet. Erst dann steigt auch die Wahrscheinlichkeit dafür, bei lokalen Suchanfragen im Local Snack Pack zu erscheinen.

Die Firmenbeschreibung

Insgesamt stehen Ihnen hier 750 Zeichen zur freien Verfügung. Davon werden rund 250 Zeichen above the fold – also direkt sichtbar – angezeigt. Tragen Sie hier ein, wer Ihre Firma ist, was Sie machen und welche Vorteile Sie Ihren potenziellen Kunden bieten. Verzichten Sie auf Keywords, Links und Übertreibungen.

Weitere Informationen zu den Do´s und Dont´s bei der Firmenbeschreibung hat Google selbst in einem Ratgeber zusammengefasst.

Die Kategorie(n)

Ihre primäre Kategorie bei Google My Business ist einer der wichtigsten Faktoren für die Ausspielung Ihrer Seite bei lokalen Suchanfragen. Und das macht Sinn: Warum sollte ein Nutzer auf Ihren Eintrag klicken, wenn er nach etwas ganz anderem gesucht hat?

Wählen Sie die Kategorie aus, die am besten zu Ihrem Unternehmen passt. Orientieren Sie sich hier am besten direkt an Ihren Konkurrenten, die bereits ein Google My Business-Profil pflegen.

Bewertung

Eine Studie von brightlocal aus dem Jahr 2020 hat ergeben, dass die Bewertungen über Ihr Google My Business-Profil zu rund 16 % Einfluss auf Ihre Position im Local Snack Pack nehmen. Rund 82 % der Internetnutzer lesen aktiv Bewertungen und entscheiden dann, ob Sie ein Unternehmen kontaktieren oder nicht. Dabei ist spielt sowohl die Anzahl der Bewertungen als auch der Durchschnitt eine Rolle.

Bemühen Sie sich deshalb aktiv darum, neue Bewertungen von Bestandskunden zu erhalten. Und das machen Sie am besten ganz einfach, indem Sie Bestandskunden nach einer Bewertung fragen.

Bilder & Videos

Bilder sagen mehr als tausend Worte. Klar, dass es da nur Sinn macht, das sowieso bereits zeichentechnisch eher beschränkte Profil bei Google My Business mit visuellem Content etwas aufzulockern. Hier empfehlen wir – natürlich abhängig von der Branche, in der Sie tätig sind – Bilder von Geschäftsräumen, dem Team, Ihrem Firmensitz. Sie können sich darüber hinaus auch in Form eines kurzen Videos (nicht länger als 30 Sec.) präsentieren.

Google-Anforderungen an Ihr visuelles Content-Material:

  • JPG-/PNG-Format
  • 10 KB bis 5 MB Dateigröße
  • Auflösung von 720 x 720 px

Fragen und Antworten

Die Funktion, Fragen von Nutzern zu erhalten und passende Antworten zu liefern, ist eine ideale Möglichkeit, in den Dialog mit Ihren potenziellen Kunden zu treten. Der Clou an der Sache ist, dass Sie Fragen und Antworten nicht über das GMB-Backend verwalten, sondern direkt über das Profil. Google plante dieses Feature eigentlich derart, dass Kunden Fragen stellen und andere Kunden diese Fragen dann beantworten. Aber es schadet nicht, wenn Sie selbst etwas nachhelfen.

Tragen Sie die häufigsten Fragen Ihrer Kunden zu Ihrer Firma und Ihren Produkten dort ein und liefern sie knackige und kurze Antworten. Verzichten Sie dabei aber auf allgemeines Marketing-Blah – das lenkt nur ab und will keiner lesen.

Weitere Funktionen von Google My Business

GMB bietet zahlreiche weitere Funktionen, die Sie zielführend und branchenabhängig nutzen können. Sie betreiben ein Restaurant? Hinterlegen Sie Ihre Speisekarte. Sie bieten Dienstleistungen an? Hinterlegen Sie direkt einen Button, über den potenzielle Kunden ein Angebot anfordern können.

Google bietet zu Google My Business zahlreiche Tipps, Tricks und hilfreiche Informationen an.

Local SEO: OnPage und OffPage

Zwar stellt Google My Business für die lokale Suchmaschinenoptimierung von KMU einen erheblichen Faktor dar. Aber ohne ein bisschen klassisches SEO auf der eigenen Website geht es dann doch nicht, wenn man wirklich durchstarten will. Und Position 1 sollte natürlich immer das Ziel sein.

Lokale Landingpages anlegen

Ihr Google My Business-Profil ist nur ein Teil der Gesamtstrategie. Denn – und das ist eigentlich selbsterklärend – jeder Suchende erwartet Inhalte, die sein Suchbedürfnis befriedigen. Legen Sie deshalb eine Landingpage an, die für die lokale Suche optimiert ist.

Sind Sie beispielsweise ein Hautarzt, macht es Sinn, auf Ihrer Landingpage nicht nur sich selbst zu präsentieren. Das mag gut und schön sein, um Ihrem potenziellen Kunden (Patienten) zu zeigen, dass Sie qualifiziert sind.

Aber vergessen Sie eines nicht: Der Suchende möchte sich nicht darüber informieren, welche Qualifikationen welcher Hautarzt in seiner Umgebung hat. Er sucht einen Hautarzt, weil er einen Termin buchen möchte. Stellen Sie dem Suchenden also Ihre Kontaktdaten zur Verfügung. Oder noch besser: Fügen Sie direkt ein Kontaktformular auf Ihrer Landingpage ein, über das er einen Termin buchen kann.

Der Landingpage-Ansatz gilt im Übrigen auch dann, wenn Sie mehrere Leistungen lokal anbieten. Erstellen Sie zu jeder einzelnen Leistung eine eigene Landingpage, die auf Ihre lokalen Keywords (z.B. „Leistung + Ort“) optimiert ist.

Optimierung der lokalen Landingpages

Damit Ihre lokalen Landingpages auch von Google als relevant betrachtet werden, empfehlen wir Ihnen, noch einmal etwas tiefer in die SEO-Trickkiste zu greifen. Das bedeutet:

OnPage-Optimierung (auf den Landingpages):

  • Bauen Sie Ihr Keyword im title-Tag und in der Meta-Description ein
  • Verwenden Sie Ihr Keyword in der H1-Überschrift
  • Verwenden Sie Ihr Keyword in den ersten 100 Wörtern des Fließtextes – im Idealfall gefettet
  • Verwenden Sie das Keyword in Ihren Zwischenüberschriften (H2 bis H6)
  • Bauen Sie Ihre Kontakt- und Standortinformationen auf jeder Landingpage ein (hier empfiehlt sich der Footer)
  • Verwenden Sie eine Google Maps-Einbindung
  • Verwenden Sie strukturierte Daten in Form des Local Business Markups

OffPage-Optimierung (abseits der Landingpages):

Sorgen Sie für Citations: Citations sind Nennungen Ihres Unternehmens. Dabei besonders wichtig sind die sogenannten NAP-Angaben (Name, Adress, Phone). Werden diese über einen längeren Zeitraum gleichbleibend genannt, so ist das für Google in Zeichen dafür, dass Ihr Unternehmen tatsächlich existiert und – je nach Umfeld der Citation – auch relevant ist. Bei Citations wird unterschieden zwischen:

  • Strukturierten Citations: Das sind Daten, wie sie in Branchen- und Firmenverzeichnissen verwendet werden. Google kann die NAP-Angaben dann sehr leicht aus dem Quellcode der Seite extrahieren und mit den Daten im Google My Business-Profil abgleichen.
  • Unstrukturierte Citations: Das sind Daten, wie sie beispielsweise in einer Pressemitteilung vorliegen. Sie sind nur mit Aufwand aus dem Quellcode extrahierbar. Unstrukturierte Citations sind deshalb nicht so erstrebenswert wie strukturierte Citations. Eine gute Quelle für Citations in Deutschland liefert die Seite whitespark

Um ein wenig Backlinkbuilding kommen Sie leider auch bei der lokalen Suchmaschinenoptimierung nicht umhin. Aber keine Sorge – wenn Sie bereits unsere erste Empfehlung zur lokalen OffPage-Optimierung beherzigt haben (Strukturierte Citations in Branchenverzeichnissen), dann ist schon die halbe Miete erledigt. Denn die meisten Verzeichnisse bieten auch einen Link auf Ihre Website – einen Backlink also. Besser ist es natürlich, wenn Sie sich darüber hinaus auch in lokale Firmenverzeichnisse eintragen. Das bringt Pluspunkte bei der lokalen Relevanz.

Mehr Tipps und Tricks dazu, wie Sie Ihre Firma prominent auch abseits der lokalen Suche in der Suchmaschine platzieren können, finden Sie jetzt in unserem Ratgeber „SEO für KMU: Wie Sie die Konkurrenz abhängen“